Komisches - Satirisches - Paradoxes Bürgermeisterwahl Am Mellensee > 1 - 2 <



Eulen-Spiegelei - wider den tierischen Ernst

Warnung: Wenn Sie unter akuter Humorlosigkeit leiden, eine nur geringe Reizschwelle haben oder chronisch engstirnig und griesgrämig sind, wird von dem Genuss dieser Lektüre dringend abgeraten. Allen anderen Lesern wünsche ich viel Spaß. Aber sagen Sie hinterher nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.

Am 17.09 sollte es soweit sein. Der Tag der Wahrheit nahte. Sechs Bürgermeister - Kandidaten waren im "Märkischen Landmann" in Sperenberg erschienen (der 7. hatte gute Gründe nicht anwesend zu sein). 150 interessierte Bürger fieberten gespannt den hitzigen Diskussionen, den feurigen Reden und einem packenden Schlagabtausch der Kandidaten entgegen. Und was passierte? Nichts!!!Die MAZ schrieb dazu:

Im Grunde genommen waren sich alle in fast allem einig. Während der drei Stunden ging es so diszipliniert und ruhig zu, dass ein zerschelltes Glas an der Theke wie ein Paukenschlag wirkte.

Eigentlich hätte man auch schreiben können: Die Olympiade im Sesselfurzen endete unentschieden. Weiter schrieb die MAZ: Doch wen soll man nun am 7. Oktober wählen, fragte sich da so mancher Einwohner.

Das klingt doch tatsächlich so, als hätten es die 6 anwesenden Kandidaten geschafft, sich nur optisch voneinander zu unterscheiden. Das darf und kann natürlich nicht so bleiben. Deswegen erlaube ich mir Ihnen alle Kandidaten mal auf satirische Art und Weise vorzustellen. Ich erhebe dabei aber nicht den Anspruch objektiv zu sein. Vielleicht entdecken wir ja doch noch ein paar Unterschiede.

Ladies first: Monika Unglaube - der Name ist Programm: Diese Frau hat einen Handzettel herausgegeben, den man im Quatsch Comedy Club als Fundstück der Woche präsentieren könnte. Ich zitiere:

Mein Fahrplan ab Oktober 2007: Kluften verringern, Chancen erhöhen. Bildung & Kultur, Tourismus & Bürgernähe, Familie & Karriere, Umwelt & Wirtschaft. Danke für Ihre Stimme. Monika Unglaube (Bürgermeisterkandidatin 2007).

Liebe Leser, das ist wirklich der komplette Text dieses Werbezettels. Und Sie fragen sich zu Recht: Wen oder was meint Frau Unglaube hier? Redet sie mit sich selbst oder mit Außerirdischen. Wenn das ein Fahrplan ist, möchte ich gerne mal die Verkehrsmittel dazu sehen. Die gute Frau arbeitet in Berlin bei Michael Gloß im Wirtschaftministerium. Gott sei Dank entwirft sie dort sicher nicht die Werbetexte, denn sonst wären wir vielleicht die längste Zeit Exportweltmeister gewesen. Frau Unglaube liegt der Tourismus sehr am Herzen. Sie hat aber dazu keine konkreten Vorschläge, sondern setzt wie sie sagt auf "Ideengruppen" mit den Bürgern. Wenn man sich aber die Aufmachung ihrer Werbung betrachtet, könnte man glauben, dass ist irgendwas zwischen Kaffeeklatsch und Tupperparty. ...(Hier wurde eine Textpassage auf Wunsch von Frau Unglaube entfernt)

Ist es Zufall, dass der Nachname des nächsten Kandidaten in etwa dem Gegenteil des politisch so strapazierten Begriffes "blühende Landschaften" entspricht? Gemeint ist natürlich, Dirk Hohlfeld das kommunalpolitische Urgestein der SED äh PDS äh "Die Linke". Entschuldigen Sie bitte daß ich die Schreibfehler nicht korrigieren konnte. Ich habe mein Tipp EX der KMS geliehen, und die pinseln damit gerade ihre weißen Westen nach. Aber wir waren ja beim Kandidaten Hohlfeld: Zumindest ist es bewundernswert, daß er den Spagat zwischen "Linker Politik" und seiner Selbstständigkeit meistert. Denn das klingt ja eigentlich wie links blinken und rechts überholen. Höchst bedenklich war allerdings eine seiner Äußerungen bei der erwähnten Podiumsdiskussion am 17.09. Sinngemäß sagte er, daß es bis auf einige Begleiterscheinungen kaum Unterschiede zu der Zeit vor der Wende gäbe, was die Ausübung des Amtes eines Bürgermeisters betrifft. Er begründet seine Qualifikation für dieses Amt mit seiner Amtszeit als Bürgermeister zu "DDR-Zeiten".

Mit dieser Argumentation hätte Egon Krenz ja glatt als Bundeskanzler kandidieren können.

Ich dachte schon, Hohlfeld hätte das mit der "geheimen Wahl"falsch verstanden, denn nirgendwo war etwas von ihm zu Lesen oder zu Sehen. Doch jetzt hat er ja seine Wahlkampf-Broschüre
verteilen lassen. Aber den Text hat er anscheinend nicht mal selbst geschrieben. Auf dem Blatt steht: V.i.s.d.P. Manfred Thier (das bedeutet: Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes). Und es gibt einen Parteigenossen von Hohlfeld mit diesem Namen in Luckenwalde. In seiner Broschüre finden wir mehrmals das neue Logo seiner Partei "DIE LINKE". Besonders interessant ist dabei, daß der Punkt auf dem Buchstaben I als roter Pfeil dargestellt ist, der nach rückwärts zeigt. Wollen uns "die Linken" damit symbolisch klarmachen, wo es mit uns hingeht, wenn wir ihre Kandidaten wählen?

Lassen Sie uns schnell mal den nächsten Kandidaten unter die Lupe nehmen: Frank Broshog, der Kandidat der CDU. Durchaus ein Mann mit guten Umgangsformen. Eine stattliche Erscheinung, wie man sie aus Zeiten von Helmut Kohl bei der CDU ja kennt, und Herr Broshog ist durchaus redegewandt. Die Sache hat nur einen Haken: Dieser Kandidat lässt sich von einer Partei aufstellen, der er nicht angehört, in einer Gemeinde mit der er nicht einmal das Geringste zu tun hat. Das ist ja etwa so, als wenn Sie sich als "Nichtparteimitglied" von der SPD in Calau als Bürgermeisterkandidat aufstellen lassen (das ist etwa genau so weit v0n hier entfernt, wie Schöneiche b. Berlin, wo Herr Broshog lebt). Sie meinen das geht doch gar nicht? Doch das geht! Und Sie fragen sich jetzt sicher zu recht, wie ist der hierher gekommen und wieso. Das kann ich Ihnen schildern: Die hiesige CDU hat in ihren eigenen Reihen keinen Kandidaten gefunden und einer unserer CDU`ler hatte früher mit Broshog geschäftlich zu tun und hat ihn dann wohl als Kandidaten vorgeschlagen. Wahrscheinlich hat Broshog dann erst einmal eine Landkarte ausgepacken müssen; hat geschaut wo dieses “Am Mellensee” liegt und ist dann hier hergegurkt. Danach werden ihm seine neuen Freunde von der CDU einen Schnellkurs rund um unsere Gemeinde verpasst haben. Und jetzt rennt er von Termin zu Termin und macht auf Bürgermeister. Aber das Beste kommt noch. Herr Broshog ist nach eigenen Angaben selbstständig in der Baubranche tätig. Anscheinend verkauft er Energiesparhäuser. Und wenn man im Internet nach Broshog sucht, kommt man immer auf Seiten von Immobilienfirmen, die Grundstücke (meist um Berlin herum) anbieten oder suchen. Auf seiner Internetseite schreibt Broshog wörtlich:

"Ich werde Familien einladen , bei uns zu leben und unsere freundliche Gemeinde zu Ihrer Heimat zu machen".

Er schreibt bei Uns !!! und meint damit sicher nicht bei sich zu Hause. Diese Leute wollen doch wahrscheinlich eigene Häuser und dafür braucht man bekanntlich auch Grundstücke. Nachtigall ick hör dir trapsen!

Lassen Sie uns zum nächsten Kandidaten kommen: Uwe Krain von der SPD. Sie kennen Uwe Krain nicht? Doch bestimmt! Der hängt doch an fast jeder Laterne. Na Sie wissen schon, der Unrasierte mit dem verkniffenen Blick. Wenn Sie sich fragen, wer diese ganze Werbung bezahlt, kann ich es Ihnen gerne sagen: Bei Parteien zahlt es der Steuerzahler, also Sie - nur die Einzelbewerber zahlen alles aus eigener Tasche. Uwe Krain kennen Sie doch sicher auch aus der Zeitung. Der lässt doch anscheinend keine Gelegenheit aus sich ins Bild zu drängeln, wenn eine Kamera in der Nähe ist. Hauptsache er steht neben: Landesvater Mathias Platzek, SPD Fraktionsvorsitzenden im Landtag Günter Baaske. Landrat Peer Giesecke oder MdB Dr. Peter Danckert, dessen Mitarbeiter er ja ist (neben diversen anderen Ämtern). Das hat ihm an den Stammtischen unserer Gemeinde wahrscheinlich auch den Spitznamen "Danckert-Dackel" eingebracht. Hier sieht er sicherlich auch, wie reizvoll politische Macht sein kann. Na ja, und im Windschatten der großen Genossen hat man auf der parteipolitischen Karriereleiter sicher am wenigsten Gegenwind. Einige der anderen Kandidaten haben ihre Werbung brav verteilen lassen, nur Krain muss mal wieder in “Dränglermanier” total übertreiben. Er hat im Amtsblatt eine ganze Doppelseite in Farbe als Werbung für sich geschaltet - er muss es ja nicht bezahlen. Nach dieser dreisten Nummer, sieht unser Amtsblatt fast wie eine Parteizeitung der SPD aus. Also mal ehrlich, mir scheint, als soll hier mit aller Kraft die Parteikarriere von Uwe Krain angeschoben werden, wobei das Amt des Bürgermeister sicher nur eine Zwischenstation sein soll. Auch sein Parteigenosse - der Landrat Peer Giesicke - fordert uns auf der bunten Doppelseite dazu auf, Krain zu wählen. Und dieser Giesicke hat ja öffentlich dafür plädiert, daß wir nach Zossen/Wünsdorf eingemeindet werden. Möglicherweise möchte uns die SPD ja Herrn Krain vor die Nase setzen, um bei uns problemloser die Interessen von Land und Kreis durchsetzen zu können. Oder können Sie sich vorstellen, daß Krain - für uns als Bürgermeister - bei seinen Parteifreunden, die ihm jetzt die Steigbügel halten, kräftig auf den Tisch haut? Und wenn Herr Krain mal aus dem Windschatten tritt, hören wir manchmal eigenartige Dinge: In einem Interwiev mit der MAZ wurde er gefragt, warum die Fusionsprämie der Großgemeinde entgegen der Versprechungen nicht in den Straßenbau geflossen ist. Krain antwortete:

".....Es hätte mehr finanzielle Spielräume gegeben, wenn Saalow und Gadsdorf im ersten Anlauf zur Großgemeinde gekommen wären. Wir hätten eine Million Mark mehr zur Verfügung gehabt."

Macht Herr Krain jetzt die Ortsteile Gadsdorf und Saalow für die finanzielle Situation der Gemeinde verantwortlich? Gar nicht klug Herr Krain, denn auch in Gadsdorf und Saalow wohnen Wähler! Wäre es nicht eher eine Aufgabe unserer Kommunalpolitiker gewesen (zu denen ja auch Herr Krain gehört) die Ortsteile mit dem Projekt Großgemeinde so vertraut zu machen, daß jeder seine Vorteile erkennt? Unsere Frau Richter, die schon lange die Amtsgeschäfte der Gemeinde leitet, erwähnte bereits im letzten Jahr gegenüber der MAZ, daß von den 4,2 Mio. Euro Schulden unserer Gemeinde, 2,3 Mio. KMS Schulden sind. Das ist unser finanzielles Problem, Herr Krain.

Übrigens hatten wir die letzten ca.16 Jahre einen SPD-Bürgermeister und haben also jetzt mit unserer Stimme die Möglichkeit der SPD - für diese Zeit - das passende Zeugnis auszustellen.

So, der Nächste bitte: Erhard Bischert. Ein ruhiger und sachlicher Zeitgenosse - das ist wahrscheinlich beruflich bedingt. Herr Bischert ist Betriebsprüfer beim Finanzamt. Na Sie wissen schon: So wie die Katze der natürliche Feind der Maus ist, symbolisiert sein Beruf quasi den natürlichen Feind des Unternehmers. Also eine tolle Werbung für eine Gemeinde, die dringend Firmen braucht, die sich hier neu ansiedeln wollen. Aber lassen Sie sich nicht täuschen, der Mann kann auch irre witzig sein. Auf seiner Website schreibt er wörtlich:

"Unsere ortsansässigen Gewerbetreibenden, insbesondere die kleineren, dürfen nicht nur als Steuerquelle oder potentielle Sponsoren betrachtet werden."

Und das schreibt ein Betriebsprüfer vom Finanzamt - der Wahnsinn, oder? Das ist ja, als ob ein Arzt sagt: Kranke sind für mich viel mehr als nur Patienten. Einen ziemlich großen Teil seiner Website widmet Herr Bischert indirekt seinem Gegenkandidaten Ferdinand, (beide aus Mellensee) anstatt den Wähler anzusprechen. Das liegt wahrscheinlich daran, daß Bischert dem Ferdinand erst kürzlich ziemlich übel mitgespielt hat. Etwa Mitte August hatten sich die Beiden getroffen. Als Ferdinand ihm von seiner Kandidatur erzählte, sicherte ihm Bischert volle Unterstützung zu und wollte für ihn einen Termin bei den Verantwortlichen der UWG vereinbaren. Anstelle dessen, ließ sich Bischert selbst als Kandidat aufstellen und hatte nicht mal die Courage sich noch mal bei Ferdinand zu melden, um den Sachverhalt zu klären. Dies war auch der Grund, warum Ferdinand - der von Bischert mit organisierten und schon erwähnten Podiumsdiskussion - fern blieb. Am Sonntag, den 23. 09. hatten beide in Mellensee bei REWE einen Infostand aufgebaut und Bischert entschuldigte sich mit reichlicher Verspätung bei Ferdinand für sein Verhalten. Ich war Zeuge dieser Begebenheit. Allerdings frage ich mich allen Ernstes, können wir uns einen Bürgermeister erlauben, der schon im Vorfeld ein solch fragwürdiges Verhalten an den Tag legt? Es sollte aber trotzdem erwähnt werden, daß Bischert auf Grund seiner beruflichen Qualifikation sicherlich der ideale Kämmerer für unsere Gemeinde wäre (Kämmerer ist die herkömmliche Bezeichnung des Fachbediensteten für das Finanzwesen in den Kommunen).

Und wen haben wir sonst noch ? Maik Tscherwinka Er schreibt auf seiner Website:

Seit vielen Jahren bin ich auf dem Gebiet der Sozialversicherung/ Verwaltung tätig.

Als ich seine Bilder im Internet sah, musste ich unwillkürlich an einen traurigen Jungen denken, dem man gerade das Pausenbrot geklaut hat. Aber seine Äußerungen klingen zum Teil so geduldig und gütig. Hier ein paar Auszüge aus seiner Website:

..... Ich reiche Ihnen die Hand und nehme Sie mit, am Leben und der Entwicklung der Gemeinde teilzuhaben.
..... Auch wenn nicht alle Träume auf einmal in Erfüllung gehen, können wir es schaffen.
.....
doch möchte ich Ihnen versichern, dass wir niemanden zurücklassen werden und - wenn auch langsam - unsere Ziele erreichen werden.
..... Mir ist bewusst, dass ich alleine die Welt nicht verändern kann, doch möchte ich sie mit Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, als Ihr Bürgermeister ein wenig verändern.
..... doch meine ganze Kraft und mein ganzes Engagement dient der Verwirklichung unserer aller Ziele - ob jung oder alt, alle Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde lade ich hierzu ein.

Nein, das ist nicht das Wort zum Sonntag - das ist Tscherwinka. Aber der klingt nicht immer so. Von der MAZ zum Thema KMS gefragt, ließ er folgendes vom Stapel:

Die Gesetzesgrundlage für den Zwangsanschluss ist da, damit müssen wir leben, auch wenn es mir nicht gefällt. Zwar wird niemand sein Grundstück wegen der Anschlussbeiträge verlieren, aber eine hohe Belastung sind sie doch. Auch psychisch ist es schwer zu verkraften, den Kindern eine Grundschuld hinterlassen zu müssen. Andererseits steigt der Wert des Grundstücks.....

Aber Hallo! Herr Tscherwinka, war das eine Mutprobe, oder ist das tatsächlich Ihr Ernst? Sollte er wirklich meinen was er sagt, müßte man ihm dafür eigentlich den Schandtitel "Ehrenkandidat der KMS" verleihen. Frau David (der man in jeglicher Hinsicht nur Besserung wünschen kann) ist bestimmt ganz doll stolz auf unseren Herrn Tschewinka. Wie kann man sich als angehender Bürgervertreter hinter den KMS stellen, der oftmals in Manier eines Rollkommandos auftritt und die Bürger einschüchtert? So massiv, wie die hinter unseren Fäkalien her sind, könnte man glauben der KMS hat die Formel gefunden, wie man aus Scheiße Geld machen kann. Tscherwinka schreibt auf seiner Website außerdem:

Ich bin ein Typ, der lästig werden kann, wenn ich was durchsetzen will. Ich habe auch den Mut, unangenehme Wahrheiten auszusprechen.

Und vielleicht ist Herr Tscherwinka einfach nur viel besser informiert als wir, und deswegen habe ich da mal ein paar Fragen an ihn:

  • Kennen Sie eine Lösung, welche für unsere extrem dünn besiedelte Gemeinde noch sinnloser ist, als das "Zentrale Abwasserkonzept" der KMS?
  • Warum behaupten Sie, daß eine Gesetzesgrundlage für den Zwangsanschluss da ist?
  • Wissen Sie eigentlich, was eine Kleinkläranlage ist?
  • Warum müssen wir mit Trinkwasser Fäkalien spülen?
  • Erkennen Sie hinter der "Wir-buddeln-überall-undmachen-nichts-fertig-Strategeie" ein Konzept, oder hat das nur mit der Fördermittelvergabe zu tun?
  • Wissen Sie, warum der KMS seine Kalkulationen dem Bürger auf Verlangen nicht offen legt?
  • Wissen Sie, daß die Kripo Eberswalde gegen den KMS und in dessen Umfeld wegen Verdacht auf Korruption ermittelt?
  • Warum werden die Bauaufträge nicht vom KMS direkt vergeben, sondern von einer Fremdfirma?
  • Warum ist diese Firma keine ordentliche deutsche GmbH, sondern eine Limited (LTD)?
  • Warum bekommen bei einer europaweiten Ausschreibung immer die gleichen Firmen die Bauaufträge?

Diesen Fragen sollten sich eigentlich alle Kandidaten stellen. Und jeder der diese Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet und trotzdem mit dem KMS sympathisiert, ist meiner
Meinung nach als Bürgervertreter ungeeignet und hat unsere Stimme nicht verdient.

Der letzte Kandidat in unserer Runde, bezieht zu diesem Thema am klarsten Position. Bertel Ferdinand Er hat vorgemacht wofür er steht. Ich war mit vielen anderen Bürgern anwesend, als bei ihm die KMS anrückte, um einen Zwangsanschluss zu vollziehen. Und wir alle konnten mit Freude beobachten, wie die Herrschaften unverrichteter Dinge wieder abziehen mussten. In seinem Faltblatt spricht er viele wichtige Themen sehr deutlich an. Allerdings fanden sich die meisten dieser Themen - eine Woche nach Erscheinen des Faltblattes - in leicht abgeänderter Form auf der Website von Herrn Broshog wieder. Das ist aber doch sicher nur ein Zufall. Ferdinand ist gelernter Agrartechniker und derzeit Berufskraftfahrer. Er betreibt parallel dazu mit seiner Frau einen EDV Service. Deswegen wird ihm vorgeworfen nicht die nötige Qualifikation für das Amt des Bürgermeisters zu besitzen. Bischert schreibt auf seiner Website:

Das Amt des BM bedarf neben guten Vorsätzen und der persönlichen Kompetenz in Fragen der Verwaltung, Finanzen, Steuern und Recht vor allem Mitstreiter.

Eine sehr interessante These. Bis jetzt dachte ich, wir hätten eine gut organisierte Gemeindeverwaltung mit kompetenten Mitarbeitern und Ressortleitern. Hier - speziell für Herrn Bischert - eine kleine Auswahl an politischen Persönlichkeiten, die seine These widerlegen:

  • Joschka Fischer, (ehem. Außenminister) Lehre als Fotograf abgebrochen und Spielwarenverkäufer.
  • Petra Pau, (Vizepräsidentin d. Bundestages) Unterstufenlehrerin u.a. in Kunst.
  • Kurt Beck, (SPD Parteivorsitzender und Ministerpräsident) Elektromechaniker.
  • Matias Platzek, (Ministerpräsident) Diplomingenieur für biomedizinische Kyberneti

Und überhaupt - wählen wir einen Verwaltungsmeister oder einen Bürgermeister? Die meisten der Kandidaten haben beruflich einen Verwaltungshintergrund, werden aus Steuern und Beiträgen bezahlt und können zum Teil ohne Risiko nach einer eventuellen Amtszeit als Bürgermeister wieder in Ihren Job zurückkehren. Die Macher in unserer Gesellschaft kommen in den seltensten Fällen aus der Verwaltung. Aber die Probleme unserer Gemeinde schreien nach einem Bürgermeister der die Ärmel hochkrempelt und sich nicht scheut kräftig mit anzupacken. Sie kennen doch den Kommentar aus so vielen Sportübertragungen. "Die Mannschaft verwaltet nur noch das Ergebnis." Was bedeutet - Hauptsache es wird nicht schlimmer und man kommt mit wenig Energie locker über die Runden. Brauchen wir eine solche Einstellung? Drei der Kandidaten (Hohlfeld, Krain, Bischert) sind bereits seit Jahren Mitglieder in der Gemeindevertretung und bestimmen so maßgeblich die Geschicke unserer Gemeinde mit. Die Bürgerinnen & Bürger unserer Gemeinde haben bisher bewiesen, daß sie sehr geduldig sind. Anderenorts hätte man diejenigen, die für eine derart desolate Situation verantwortlich sind, sicherlich mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt. Vielleicht möchten Sie wissen, warum ich diesen Text verfasst habe. Anlass dafür waren zwei markante Sätze aus dem Handzettel des Kandidaten Ferdinand.

  1. Einem klüngelartigen Zusammenschluss von Unternehmern und Geschäftemachern
    zur Durchsetzung eigener Interessen, gehöre ich ebenso wenig an.
  2. Bei starker Verfilzung hilft nur kräftiges Durchkämmen.

Er wurde wegen dieser Aussagen schon mehrfach massiv angegangen, was ja zeigt, daß er anscheinend den wunden Punkt getroffen hat. Der Gemeindevertreter Lutz Lehmann (von der CDU) hat mir dann quasi den letzten Impuls für diesen Text gegeben. Er hatte Ferdinand am 23.09. auf dem Sportplatz Mellensee gedroht, daß er ihn anzeigen müsse, wenn er den 1. Satz oben nicht aus seinem Faltblatt nimmt. Mal ehrlich, ist das nicht "gaga" und traurig zugleich? Ich dachte die Zeiten, daß man versucht den Leuten mit Drohungen den Mund zu verbieten, sind vorbei. Aber die Tatsache, jemanden verklagen zu wollen, weil er keinem klüngelartigen Zusammenschluss angehört, ist schlichtweg der Brüller des Jahres.
Sie sehen also, dieser verbissene und verkrampfte Wahlkampf brauchte dringend ein wenig Humor. Ich hoffe, Sie hatten ein wenig Spaß. Den anderen sei gesagt: Humor ist, wenn man trotzdem lacht; und machen Sie bitte nicht den blöden Fehler, auf Satire ungehalten und wütend zu reagieren, denn sonst machen Sie sich selbst zur Karikatur. Und da stehen Sie doch drüber, oder?

V.i.s.d.P. Roland Rohschürmann, 15838 Am Mellensee
Kontakt: rohschuermann@gmx.de
Wer Schreibfehler findet, kann sie behalten.
 

 

 

AM | Sitemap | OZAM | Übersicht | Events | Vereine | VisitenKarten | Ferienhäuser | Restaurants | Hotels | Freizeit | Links | Fotos | Gästebuch | Webmaster | M

Kommunale Website AM MELLENSEE