Komisches - Satirisches - Paradoxes Bürgermeisterwahl Am Mellensee > 1 - 2 <



Eulen-Spiegelei - wider den tierischen Ernst 2. Ausgabe

Liebe Leser, ich möchte mich zunächst für den überwältigenden Zuspruch für meine letzte Eulenspiegelei bedanken. Nachdem ich mehrfach aufgefordert wurde doch weiter zu machen, hier nun doch eine neue Ausgabe anlässlich der Stichwahl zwischen Broshog und Ferdinand. Leider haben mich nur zwei negative Stimmen erreicht. Frau Z. aus M. meinte zum Beispiel: “Sie verbreiten mit Ihrem Schmierblatt nur Lügen.” Aber ich verstehe natürlich, dass es Menschen gibt, die mit Demokratie und Meinungsfreiheit (mangels Erfahrung) noch so das eine oder andere Problem haben. Deswegen hier noch mal meine Warnung, die natürlich auch für jene gilt, die die Wahrheit nicht vertragen:
Warnung: Wenn Sie unter akuter Humorlosigkeit leiden, eine nur geringe Reizschwelle haben oder chronisch engstirnig und griesgrämig sind, wird von dem Genuss dieser Lektüre dringend abgeraten. Allen anderen Lesern wünsche ich viel Spaß. Aber sagen Sie hinterher nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.
Herr Glatow aus Klausdorf prangerte hingegen an, daß meinen satirischen Ergüssen etwas Wesentliches fehle, nämlich die Objektivität. Ferner solle ich Ferdinand, "dem Landarbeiter mit der Befähigung zum Treckerfahrer" in der nächsten Ausgabe einen Heiligenschein verpassen, damit er noch ein paar CDU Stimmen bekommt. Allerdings hat Satire nicht den Anspruch objektiv zu sein und ist eine Spottdichtung, die mangelhafte Tugend oder gesellschaftliche Missstände anklagt. In diesen Punkten hat mir Ferdinand leider keine Angriffsfläche geboten. Allerdings scheint das nicht nur mir so zu gehen. Selbst den erbitterten Gegnern von Ferdinand (allen voran Lutz Lehmann) scheint es durchaus schwer zu fallen, ihm was anzudichten. Die kläglichen Vorwürfe reichen von einem unordentlichen Vorgarten, einer ungenügenden Kleiderordnung, bis hin zu rechtsradikalen Tendenzen. Aus verlässlicher Quelle weiß ich, dass Ferdinands Kleiderschrank gut gefüllt ist, sich aber keine Springerstiefel und Bomberjacken darin befinden. Also wenn das alles ist, was man gegen ihn vorbringen kann, ist der Mann ja fast ein Heiliger, oder Herr Glatow?
Aber trotzdem wird diese Ausgabe alles andere als langweilig. Sie werden staunen was wir (auch mit Hilfe renommierter Journalisten aus Berlin) so alles über den Kandidaten der CDU herausgefunden haben. Hätte das Brandenburgs CDU Chef Ulrich Junghanns schon vorher gewusst, hätte er sicher nicht aktiv Wahlwebung für Broshog gemacht - aber dazu später mehr.

Mensch Leute, was war das für eine spannende Wahl. CDU und SPD haben zusammen nicht mal 40% erreicht. Krain hat eine Wählerstimme auf gefühlte 20 Plakate bekommen. Hermann M. Schröder schrieb in der MAZ so treffend: "Dieses lächerliche, einstellige Ergebnis - immerhin hatte Krain prominente Unterstützung vom Bundespolitiker Peter Danckert - ist für die SPD zweifelsohne ein Debakel.” Und wir haben zwei neue Ortsbürgermeister der Herzen: Hohlfeld in Sperenberg und Bischert in Mellensee.

So, und nun haben wir eine Stichwahl zwischen zwei Außenseitern. Auf einmal herrscht in unserer verschlafenen Großgemeinde helle Aufregung. Der Kraftfahrer Ferdinand hat fast 20% bekommen und keiner weiß so richtig was man davon halten soll. Oje, das ist doch der, der gesagt hat: Bei starker Verfilzung hilft nur kräftiges Durchkämmen. Und siehe da, schon rotten sich die Parteien in unserer Gemeindevertretung zusammen. Es scheint als wäre in den letzten Jahren, unter dem zuletzt kranken und schwachen Bürgermeister Donath, aus unseren Gemeindevertretern eine eingeschworene Gemeinschaft geworden, die es gar nicht schätzt, wenn Eindringlinge Ihre "Ruhe" stören. Menschen mit ansonsten völlig unterschiedlichen Auffassungen, sind sich plötzlich einig und machen gemeinsam Front gegen den "gefährlichen Einzelbewerber" Ferdinand. Mir scheint hier geht es um viel mehr als nur eine Bürgermeisterwahl - wenn Sie verstehen, was ich meine. In der Not wird da sogar "DIE LINKE" zum Wahlkampfhelfer der CDU. Das ist etwa genauso abwegig, als würden SPD und NPD ein gemeinsames Parteiprogramm entwickeln.
Der Ferdinand funktioniert schon jetzt besser als ein Rohrreiniger, denn es werden sogar Gerüchte laut, dass der Gemeinderat geschlossen zurücktritt, wenn Ferdinand gewählt wird. Aber keine Angst liebe Leser, das ist wie im richtigen Leben, letztendlich kleben alle an ihren Stühlen. Einzig die UWG scheint sich aus dieser Schlammschlacht rauszuhalten.
Selbst die Bediensteten unserer Gemeinde beteiligen sich teilweise lieber an dieser peinlichen Hexenjagd, als den Tagesgeschäften nachzugehen. Dort sollte man sich noch ein wenig Energie fürs Zurückrudern und Schulterklopfen aufsparen, falls Ferdinand vielleicht doch gewählt wird.
Unser Leiter des Ordnungsamtes mit Apostelbereifung (Sandalenträger) Alexander Bier, schreibt ellenlange Anti-Ferdinand-Leserbriefe in der MAZ. Und er verbreitet seine persönliche Meinung überall und nicht nur an dem Tisch der seinen Namen trägt. Bei der Fußball Weltmeisterschaft wurde der Berliner Polizei sogar verboten, die Deutschlandfahne zu schwenken - das fand ich schon sehr übertrieben. Aber Sie sind sicher meiner Meinung, dass sich die Bediensteten unserer Gemeinde zumindest öffentlich neutral verhalten sollten. Bier wirft Ferdinand in der MAZ vor: “Was mich allerdings auch entsetzt hat, ist der fehlende Ordnungssinn des Kandidaten Bertel Ferdinand beziehungsweise seine Unkenntnis von der Satzung über die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung auf öffentlichen Verkehrsflächen und Anlagen der Gemeinde Am Mellensee. Obwohl ich meine, daß das zum Allgemeinwissen des Bürgers gehört. Man beklebt keine Bushaltestellen mit seinem Wahlplakat und stellt sich dadurch auf die gleiche Stufe mit Graffitisprayern und Schmierfinken."
Wer solche Vergleiche anstellt, würde Falschparker womöglich auch mit jahrelangen Haftstrafen belegen. Ferdinands Wahlhelfer hatten etwa fünf DIN A4 große Zettel mit Tesafilm in Bushaltestellen geklebt, weil dort überall schon Plakate von Broshog hingen und Sie deswegen fälschlicherweise glaubten, dass es gestattet sei. Sofort nach Aufforderung wurden diese Zettel von Ferdinand entfernt - die von Broshog hängen zum Teil immer noch. Es scheint Herr Bier leidet unter zyklopenhafter, politischer Einäugigkeit, denn es wird mit zweierlei Maß gemessen. Eine Vielzahl von Wahlplakaten hing und hängt übrigens ordnungswidrig in Gefahrenbereichen, während Herr Bier lieber Leserbriefe schreibt. Die beiden Bilder unten zeigen Transparente von Biers Lieblingskandidaten Broshog und seinem Karnevalsverein CKV (weisser Kreis, links unten). Beide hängen im Kreuzungsbereich/Kurve (Stand 20.10.). Rechts unten ist ein Jägerzaun markiert (weisser Kreis) der zu “Evis Imbiss & Biergarten” Luckenwalder Str. 21, OT Mellensee gehört. An diesem Zaun hatte Evi alle ihre Preistafeln und 5 Plakate des Kandidaten Ferdinand aufgehängt. Sie mußte ihre komplette Werbung und natürlich die 5 Plakate von Ferdinand entfernen, weil es sich hier laut Ordnungsamt (Bier) um einen Gefahrenbereich handelt. Herzlich willkommen in Schilda. Da sollte sich Herr Bier doch mal den Slogan des ZDF zu Herzen nehmen - mit dem Zweiten sieht man besser, und nicht - unter Blinden ist der Einäugige König.
Bei soviel Sympathie für den Kandidaten der CDU, könnte man glauben das Ordnungsamt wird von Herrn "Schwarzbier" geleitet.
Zu mir schrieb er in der MAZ: "Weniger ist manchmal mehr, Herr Rohschürmann. Große Töne spucken können viele." Wie Recht er doch hat.

Aber unser “liebes Amt” betreibt auch willkürliche “Zensur”. Heiko Feller ist der Betreiber der Internetseite www.ammellensee.de und leistet damit einen wertvollen Beitrag für unsere Gemeinde. Er ist immer bemüht den Besuchern seiner Seite eine große Bandbreite an Informationen zur Verfügung zu stellen und verhält sich politisch absolut neutral. Er hat es gewagt, die erste “Eulen-Spiegelei” auch auf seiner Internetseite zu veröffentlichen. Daraufhin hat “das Amt” alle Verweise (Links) zu seiner Internetseite gelöscht, die zuvor von der offiziellen Internetseite der
Gemeinde (www.mellensee.de) zu seiner Seite führten.
Jetzt wissen Sie, wie man hier mit Gewerbetreibenden umspringt, die man eigentlich hofieren müsste, damit sie überhaupt bleiben.

Was für Uwe Krain unser Amtsblatt war, ist für die Ferdinand-Gegner die MAZ. In der MAZ vom 17.10. meldete sich Frau Kalk zu Wort und im Wochenspiegel mit einem gleichlautenden, gemeinsamen Leserbrief mit Frau Weigt. Ute Kalk ist von der CDU und Bigit Weigt ist die Frau von Siegbert Weigt, der für die PDS in der Gemeindevertretung sitzt. Auch wieder
eine durchaus interessante Koalition. Frau Kalk ist im Übrigen diejenige, die im letzten Jahr als einziges Mitglied der Gemeindevertretung für den Vorschlag unseres alten Bürgermeisters gestimmt hat, die Schule in Mellensee zu schließen. Nachdem sie mit Ihrer Meinung alleine da stand, ist sie beleidigt zurückgetreten. Die beiden schreiben etwa so, wie Daniel Kübelböck singt. Wenn man diese gestammelten Werke der beiden betrachtet, könnte man fast glauben, die haben sich erst einmal Mut angetrunken, bevor Sie zur Feder gegriffen haben. Vielleicht war ja noch was von den Sektpikkolos übrig, die Broshog großspurig am Oktoberfest in Rehagen unter den anwesenden Damen verteilt hat. Auch eine Art Wahlkampf zu machen, aber muss man besoffen sein, um ihn zu wählen? Aber das klären wir nachher noch.
Zurück zu Weigt und Kalk. Da werden Tatsachen entfremdet und Dinge aus dem Zusammenhang gerissen, völlig falsche Rückschlüsse gezogen, haltlose Unterstellungen verbreitet und Belehrungen an den Mann gebracht. Alles in Allem eine ziemlich wirre Vorstellung, bei der die Damen vor lauter Schwärmerei für Broshog anscheinend einigen Tatsachen gegenüber blind zu sein scheinen. Sollten sich da vielleicht die Gatten der beiden Damen (falls vorhanden) ernsthafte Gedanken machen? Obwohl Frau Kalk ja ein großer Fan des kleinen Peter Maffay ist, und der ist ja das komplette Gegenteil zum großen Broshog. Falls Broshog nicht zum Bürgermeister gewählt wird, hilft Ihr ja dann vielleicht ein kleines Ständchen mit modifiziertem Text: Über sieben Brücken musst du gehen - acht dunkle Jahre überstehen ….. Aber Spaß bei Seite - hier mal ein Beispiel der beiden:
"Dafür will Herr Ferdinand nur noch Aufträge an "ordentliche deutsche GmbH" erteilen, so schreibt er zumindest. Ich hoffe sehr, dass er das nicht so meint, wie ich es verstanden habe. Es macht mir Angst.”
Aber, aber meine Damen - Sie müssen doch keine Angst haben. Sie müssen nur richtig verstehen. Herr Ferdinand hat das niemals geschrieben, denn das war ich (in der letzten Eulenspiegelei). Allerdings ging es um den KMS und der exakte wortlaut war:
Warum werden die Bauaufträge nicht vom KMS direkt vergeben, sondern von einer Fremdfirma?
Warum ist diese Firma keine ordentliche deutsche GmbH, sondern eine Limited (Ltd)?
Warum bekommen bei einer europaweiten Ausschreibung immer die gleichen Baufirmen die Bauaufträge?

Das kann man eigentlich nicht falsch verstehen! Somit kommt zwangläufig der Verdacht auf, dass die beiden Damen diese Textpassage bewusst so entfremdet haben, um mit dieser miesen Nummer Herrn Ferdinand in die "rechte Ecke" zu drängen. Sollten Sie es dennoch wirklich falsch verstanden haben, kann ich nur sagen: Wer lesen kann - ist klar im Vorteil. Da bringt es wahrscheinlich auch nichts, den Damen die unternehmensrechtlichen Unterschiede von GmbH und Ltd. zu erklären. Denn wer nicht einmal den oben zitierten Text versteht, ist möglicherweise mit einer solchen Erläuterung intellektuell komplett überfordert. Dieser Leserbrief ist gespickt mit derartigen Peinlichkeiten.
Frau Kalk ist sogar so ungeschickt, sich in diesem Leserbrief öffentlich zu irgendwelchen Stasi-Gerüchten über den CDU-Kandidaten zu äußern. Ich denke mal, diese Aktion war Essig, Frau Kalk - und man weiß ja, wie sich Essig zu Kalk verhält. Liebe Leser, sollten Sie also diese Zeitungsausgaben noch nicht entsorgt haben, schmeißen Sie selbige um Himmels Willen nicht zum Altpapier - denn hier handelt es sich definitiv um Sondermüll.
Selbst die MAZ (bzw. die Lokalredakteurin Schneck) bleibt nicht wirklich fair. Immer wieder wird tendenziös vom Berufskraftfahrer Ferdinand gesprochen. Wie man hört ist Frau Schneck eine enge Freundin der KMSChefin David - vielleicht fehlt ihr ja deswegen die nötige Objektivität. Aber sie hat anscheinend noch mehr Freunde. Ein Foto von ihr und Uwe Krain befindet sich direkt auf Seite 1 von Krains Website.

Nachdem die MAZ trotz mehrfacher Anfragen keine Korrektur vorgenommen hat, hier die korrekte Version: Ferdinand hat im Gegensatz zu seinem Gegenkandidaten einen erlernten Beruf. Er ist nämlich Agrartechniker, betreibt nebenberuflich einen EDV-Service und fährt hauptberuflich LKW.
Ich glaube nicht, dass man ihm das zum Vorwurf machen kann.

Ferdinand hat bei der LPG in Gadsdorf gelernt und gearbeitet und vor fast 15 Jahren in Mellensee gebaut. Er ist mit Land und Leuten hier fest verwurzelt. Bei ihm wissen wir genau wen wir vor uns haben. Er ist direkt, manchmal unbequem und sagt, was er denkt. Er drängelt sich nicht in den Vordergrund und arbeitet präzise. Sein Auftreten ist bodenständig und seine Rhetorik verbesserungsfähig - aber er ist echt.
Er hat im Wahlkampf bewiesen, dass er es ernst meint. Natürlich hatte er nicht die Möglichkeit und die Zeit, sich wie Broshog zu inszenieren. Ihm wird vorgeworfen, nicht an der Podiumsdiskussion teilgenommen zu haben und zu wenige Wahlkampftermine absolviert zu haben. Nicht jeder steht gerne auf der Bühne und betreibt gerne polemische Bierzeltpropaganda. Ferdinand hat viele Bürgerinnen und Bürger zu Hause besucht und ernsthafte Gespräche geführt. Er hat ohne eine Partei im Rücken, seinen Wahlkampf aus eigener Tasche finanziert. Er hat seine selbstgemachten Plakate selbst aufgehängt, 22.000 Seiten mit dem Tintenstrahldrucker gedruckt - er war nach der Arbeit täglich bei den Bürgern vor Ort, hat eigene Veranstaltungen gemacht und war an den Wochenenden oft mit einem Stand vor den Supermärkten präsent. Ihm wird vorgeworfen sich nicht ehrenamtlich betätigt zu haben. Mag sein, aber er hat in den letzten Jahren in unserer Gemeinde wahrscheinlich hunderte von Computern kostenlos repariert - das hat auch was Ehrenamtliches.
Ich glaube, genau das ist es, was wir brauchen und suchen - einen Mann der lernfähig ist, eigene Ideen hat und sich durchbeißt. Ich habe kein Problem damit, mich öffentlich auf seine Seite zu schlagen, wenn ich sehe mit welchen Methoden man versucht, in zu Fall zu bringen.
Beispielsweise musste er Anzeige erstatten, weil ein großer Teil seiner angeschraubten Plakate gestohlen wurden. Und ich bin mir sicher, daß waren keine Kunsträuber.
Es werden Personen - die mit ihm sympathisieren - zum Teil massiv eingeschüchtert und unter Druck gesetzt.
Die MAZ druckt unzählige Leserbriefe ab, ist aber nicht bereit eine kleine Danksagung an seine Wähler kostenlos zu veröffentlichen.

Nun lassen Sie uns aber lieber mal zu einem Thema kommen, bei dem noch so unendlich viele Fragen offen sind: Frank Broshog!
In einem MAZ Interwiev wurde Broshog gefragt: ”Sie wohnen nicht im Landkreis Teltow-Fläming. Wie kam die Verbindung zur CDU Am Mellensee zustande?”
Broshog: “Im Frühsommer fragte mich Herr Winterstein aus der CDU-Ortsgruppe Am Mellensee, ob ich mir vorstellen könnte, als Bürgermeister zu kandidieren. Wir haben seit Jahren berufliche Kontakte, er kennt meinen persönlichen Werdegang.”

Winterstein ist Mitinhaber und Geschäftsführer der KORA Kommunikations und Elektrotechnik Handels und Service GmbH in Berlin Karlshorst. Sein Geschäftspartner Rainer Halte spielt mit Broshog Golf. Ich war so naiv und dachte, daß wenn man in der eigenen Gemeinde keinen Kandidaten findet, schaut man sich in den Nachbarorten und in den Reihen der eigenen Partei um. Aber unsere CDU ist da ja viel moderner.
Wir können ja froh sein, dass die keine weltweite Ausschreibung gemacht haben. Also noch mal zum Mitschreiben:
Ein Unternehmer der hiesigen CDU bringt einfach einen "Geschäftsfreund" aus Berlin mit hierher und stellt ihn seinen Parteifreunden als neuen Bürgermeisterkandidaten vor, obwohl Broshog nicht einmal Parteimitglied ist.
So wie die CDU 2Meter große Kaninchen aus dem Hut zaubert, könnte das C in CDU glatt für Copperfield stehen. Ja ich weiß, der heißt David mit Vornamen - aber ich glaube nicht, dass er was mit der KMS zu tun hat.
Allerdings waren nicht alle CDU Mitglieder von Ihrem neuen Kandidaten angetan. Da fühlte sich mehr als einer überrumpelt, als am 06.08. der Ortsverband der CDU tagte. Heiko Winterstein und Andreas Krüger (Kreistagsabgeordneter der CDU) legten den ca. 10 anwesenden Mitgliedern den Lebenslauf von Broshog vor, der im Nebenzimmer wartete. Danach waren die Anwesenden Mitglieder aufgefordert einen Mann als ihren Bürgermeisterkandidaten zu wählen, den viele der Anwesenden noch nie gesehen hatten - klasse oder? Ein prickelndes Blind Date sozusagen!
Also ging's der CDU-Ortsgruppe genauso wie uns Wählern. Die Abstimmung endete mehr als knapp, denn einigen Anwesenden gefiel Broshog`s Lebenslauf gar nicht. Aber die Mitglieder der CDU hatten nur einen Lebenslauf zu bestaunen - ich habe zwischenzeitlich mehrere Varianten davon gesammelt. Selbst Pinocchio würde bei dieser Lektüre ein Hochsprungstab aus dem Gesicht wachsen - Sie können also gespannt sein.
Nach dieser etwas eigenartigen Abstimmung wurde dann Broshog auch dazu gebeten. Man diskutierte darüber, ob in der Wahlwerbung z.B. stehen darf, dass er geschieden ist und ähnliche strategische Themen. Das Ziel war es, ihm das richtige Image zu verpassen. Auf die Frage eines CDU-Mitglieds, welche Ideen er denn so für unsere Gemeinde hätte, antwortete er:
"Da hoffe ich auf Euch als Ortsgruppe." Na ja, zu diesem Zeitpunkt war er ja auch noch nicht präpariert worden. Auch in seinem MAZ Interwiev am 06.09. wirkte er noch nicht sattelfest, als er gefragt wurde: “Wie gut kennen Sie die Gemeinde Am Mellensee?” Broshog: “In allen Ortsteilen war ich noch nicht, das wird jetzt nachgeholt. Aber ich habe mir bei Gesprächen in der Gemeindeverwaltung und mit Bürgern und auch bei Radtouren einen Überblick verschafft.”
Also wenn Sie mal irgendwo Bürgermeister werden wollen, machen Sie einfach mal eine Radtour.

Eins muß man der CDU lassen - Sie haben Broshog in kürzester Zeit fit gemacht und nie alleine gelassen. Anfänglich sah man ihn meistens mit Heiko Winterstein, später dann häufiger mit Lutz Lehmann.
Möglicherweise sind die 3 ja ein begabtes Bauchredner Trio - Winterstein und Lehmann reden und Broshog bewegt die Lippen dazu. Ich kann nur sagen Chapeau und herzlichen Glückwunsch, die Marketing - Strategie war vortrefflich, und ich bin absolut beeindruckt.
Denn normalerweise wackeln bei uns doch die Gardinen, wenn ein fremdes Auto mit Berliner Kennzeichen langsam durch die Gemeinde tuckert - und aus dem Hintergrund tönt es dann schon mal: "Wat willn die Boulette hier.” Aber bei Broshog - nichts Derartiges. Über 30 Prozent im ersten Anlauf. Er wurde mit offenen Armen empfangen. Sie fragen Sich warum? Ganz einfach:
Wir hatten die Hoffnung, dass ein Fremder hier mal richtig frischen Wind in die verstaubte Bude bringt. Einer der nicht zu den alten Seilschaften gehört. Und der Typ hat ja auch einen guten Eindruck gemacht. Ein Mann wie ein Baum - mit guten Umgangsformen und konnte irgendwie mit jedem, denn er ist ja verkäuferisch geschult. Die Frauen hörte man sagen, dass er eine imposante Erscheinung ist, und er war überall präsent. Der Terminkalender von Brosog sah aus wie der Tourneeplan von Howard Carpendale. Ich sag`s ja, das war ne tolle Marketingstrategie. Der smarte, redegewandte Unternehmer aus Berlin nimmt sich uneigennützig unserer Probleme an - ein Siegfried - ein Held!!!
So Leute, aufwachen - der Wecker hat geklingelt! Die ganze Geschichte ist leider eine ziemliche Mogelpackung.
Kürzlich hat eine Frau aus unserer Gemeinde zu mir gesagt: "Der Broshog sieht aus wie der Schauspieler Tetje Mierendorf.." Und vielleicht hat Sie ja in doppelter Hinsicht gar nicht so Unrecht.
Mierendorf wurde besonders durch seine Hauptrolle in der SAT1 Doku-Soap "Mein großer, dicker, peinlicher, Verlobter” bekannt. In dieser Sendereihe wurde die Zahnmedizinstudentin Mareike mit "Gunnar Janßen", bekannt gemacht. Ihre Aufgabe im Rahmen der Sendung war es,
ihre Eltern davon zu überzeugen, dass sie ihn heiraten wolle. Aus ihrer Sicht hatte "Gunnar" dieselbe Aufgabe gegenüber seinen eigenen Eltern. Wenn dies gelänge, sollten die beiden einen hohen Geldbetrag erhalten. "Gunnar" jedoch war in Wirklichkeit der Schauspieler Tetje Mierendorf
der von SAT.1 engagiert worden war. (Quelle: Wikipedia)
Also eine Schwindelkomödie, bei der es um viel Geld geht.
Mal ganz ehrlich, wenn Sie erfolgreich in der Baubranche in Berlin tätig sind, würden Sie dann hier bei uns unbedingt Bürgermeister werden wollen? Na sehen Sie.
Ok - ich werde Sie nicht länger auf die Folter spannen:
Broshog hat tatsächlich anfänglich eine Traumkarriere hingelegt. Er kam mit etwa 17 nach Berlin - auf die Werner Seelenbinder-Sportschule, die schon viele großartige Talente hervorgebracht hat. Vorraussetzung für die Aufnahme in dieser Schule ist natürlich nicht nur die sportliche, sondern auch die politische Eignung gewesen.
Broshog war Handballer und spielte (laut MAZ) beim SC Dynamo Berlin. SC Dynamo war ein Zentrum leistungssportlicher Förderung der Sportvereinigung Dynamo (Sportvereinigung des Ministeriums des Innern/ Polizei und des Ministeriums für Staatssicherheit) (Quelle: Wikipedia)

Neben dem Leistungssport machte Broshog sein Abitur und studierte danach (an der HfÖ in Berlin Lichtenberg) Ökonomie.
1985 beendete er seine leistungssportliche Laufbahn. Kurz darauf bekam er mit seiner Frau (die bei SC Dynamo Volleyball spielte) seinen ersten Sohn.
1987 beendete er sein Studium und wurde übergangslos (im Alter von 26 Jahren) stellvertretender Vorsitzender des DTSB-Kreisvorstandes in Berlin-Lichtenberg. Der DTSB wurde in der Praxis unmittelbar durch das ZK der SED angeleitet. Zuständig war die Abteilung Sport unter der Leitung von Erich Honecker (bis 1971), Paul Verner (1971-1984) und Egon Krenz (1984-1989). Der DTSB gliederte sich in 15 Bezirksorganisationen, die jeweils weiter auf Kreis- und Stadtebene unterteilt waren. Die Armeesportvereinigung Vorwärts der NVA sowie die Sportvereinigung Dynamo der inneren Sicherheitsorgane (MfS, Volkspolizei, Zoll) gehörten dem DTSB offiziell mit dem Status einer Bezirksorganisation an, waren de facto aber vollkommen eigenständig. (Quelle Wikipedia)

Innerhalb der CDU Ortsgruppe waren einige verwundert, dass Broshog nicht "bei der Armee" war. Es liegt mir aber fern Mutmaßungen über irgendwelche politische Verstrickungen anzustellen, denn wir alle gehen ja davon aus, dass die jeweilige Partei ihre Kandidaten überprüft.

Broshog hatte das Glück direkt nach der Wende vom Bezirksamt Lichtenberg übernommen zu werden. Dort wurde er mit 28 Jahren Amtsleiter des Sport- und Bäderamtes Lichtenberg und hatte 140 Mitarbeiter unter sich. - eine tolle Karriere, oder?

Auf seiner Internetseite und in seinen Wahlwerbebroschüren schreibt er, dass er dort bis 1995 tätig war und ab 1996 bis heute selbständig in der Baubranche tätig ist. In dem Lebenslauf, den er der CDU vorgelegt hat, ist allerdings zu lesen, dass er seit dem 01.07.95 selbständig ist (na ja - man kann sich ja mal verschreiben).

Weiter gibt er auch an, dass sein Dienstverhältnis beim Sportund Bäderamt auf seinen Wunsch hin aufgehoben wurde. Das klingt ja für mich danach, als hätte er sich beruflich verändern wollen, weil er eine neue und lukrative Aufgabe gefunden hat.

Aber warum erzählt uns Herr Broshog denn nicht, dass er in Wirklichkeit bis 30.09.1995 beschäftigt war und ab dem 02.10.1995 Arbeitslosengeld bezogen hat.

Und jetzt frage ich mich: Wer löst auf eigenen Wunsch sein Dienstverhältnis als Amtsleiter auf, um arbeitslos zu werden???
Üblicherweise wird man vom Arbeitsamt mit einer mehrmonatigen Sperrfrist belegt, wenn man selbst sein Arbeitsverhältnis kündigt. Broshog hatte keine Sperrfrist und hat sofort Leistungen bezogen. Vielleicht wurde ihm ja nahe gelegt zu gehen? Vielleicht hat ihn ja seine mögliche Vergangenheit eingeholt? Das sind natürlich nur Spekulationen, was aber sicher stimmt:

Nachdem Broshog den maximalen Anspruch beim Arbeitsamt ausgeschöpft hatte, absolvierte er ab November 1996 eine einjährige ABM-Maßnahme. Dann bezog er bis 03.05.1998 nochmals Arbeitslosengeld - danach erlosch sein Anspruch. Warum erzählt er uns dann, dass er seit 1995/96 selbstständig ist?

Es ist keine Schande mal arbeitslos gewesen zu sein. Wenn man aber - wie Herr Broshog - in den letzten Tagen, seine Plakate nachträglich mit Slogans, wie "offen und ehrlich" beklebt, sollte man besser auch ehrlich sein und nicht den netten Märchenonkel spielen und Schwindelgeschichten erzählen.
Vielleicht sollten Sie noch wissen, dass sich Herr Broshog mit dem Vertrieb von Finanzdienstleistungen, Finanzierungen und Fertighäusern beschäftigt. Unter Baubranche (wie Herr Broshog angibt) verstehe ich etwas anderes.
Anfang diesen Jahres zog Broshog von Berlin nach Schöneiche und meldete sich beim zuständigen Arbeitsamt im Februar 2007 (!) als arbeitssuchend. Er gab an, daß er erwäge seine Selbständigkeit aus wirtschaftlichen Gründen aufzugeben.
Da kam ja die Kandidatur wie gerufen, oder?
Wird das Amt des Bürgermeisters vielleicht am Ende zur Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für “gestrandete Baulöwen” aus Berlin?
Da hat uns die CDU ja anscheinend wohl ein Trojanisches Pferd in die Gemeinde gezogen.
Wie sagte Herr Broshog in seinem MAZ - Interwiev: Er und Winterstein haben seit Jahren berufliche Kontakte und Winterstein kennt seinen persönlichen Werdegang. Naja, ich denke nicht, dass Herr Winterstein diese delikaten Details kannte. Der hätte sich ja sonst die Mühe sparen können, seiner Partei einen Kandidaten zu beschaffen.
Denn diesen Kandidaten hätte sich die CDU auch vom Arbeitsamt vermitteln lassen können.
Das hat man nun davon, wenn man blauäugig Fremden traut. Manchmal ist eine gute Portion Misstrauen gar nicht so verkehrt. Und vielleicht war das ja nur die Spitze des Eisberges, denn wir wissen nicht, was noch so alles ans Tageslicht kommt? Zumindest habe ich nicht alle mir zur Verfügung stehenden Informationen in dieser Ausgabe verarbeitet.

Wenn Broshog Bürgermeister wird, können wir glatt den "Hauptmann von Köpenick" hier als Reality -Show verfilmen lassen und wir alle sind Komparsen (natürlich ohne Kassenraub).
So schnell wird aus einem dynamischen Unternehmer eine mehr als fragwürdige Gestalt, die von anderen (ähnlich einer Marionette) eingesetzt wurde. In Unternehmerkreisen werden solche Leute auch gerne mal als Strohmann bezeichnet.

Beim Herbstfeuer in Mellensee (am 12.10.) wirkte Broshog etwas gebremst. Er stand weit entfernt von seinen Parteifreunden, dicht umringt von der Feuerwehr, so dass kein Rankommen mehr war. Ganz dicht neben ihm sein Fremdenführer Lehmann. Als Ferdinand dem Broshog zum Wahlerfolg gratulierte, meinte Lehman zu Broshog nur, er soll nicht soviel erzählen, sonst steht es gleich wieder im "Eulenspiegel".
Naja Herr Lehmann, das hat wohl auch nicht geholfen.

Liebe Leser, Sie können davon ausgehen das alle Informationen sorgfältig recherchiert wurden. Eigentlich hätte unsere lokale Presse die Aufgabe sich solcher Geschichten anzunehmen. Man muss kein journalistisches Gespür haben, um zu merken, dass die ganze Sache von Anfang an irgendwie gestunken hat. Doch unsere MAZ druckt ja anscheinend lieber peinliche Leserbriefe.

Liebe Frau Kalk, Sie schreiben in Ihrem Leserbrief als letzten Satz: "Ich wünsche mir einen ehrlichen, uneigennützigen, die Verwaltung kompetent leitenden und den Ortsteilen objektiv gegenüberstehenden Bürgermeister, der nicht für sich, sondern für seine Gemeinde kämpft."
Das hätte ich nicht besser formulieren können und ich glaube das wünschen wir uns alle. Ich glaube Herr Ferdinand freut sich ganz besonders, dass auch seine Widersacher so denken.
Auch wenn so mancher jetzt vor Wut schäumt, sollten Sie sich trotzdem hinterfragen, ob Sie dieser Eulenspiegelei nicht vielleicht doch was Positives abgewinnen können.
Vielleicht kann dieser kleine Text dazu beitragen, Schlimmeres für unsere Gemeinde zu verhindern.
Denn wie soll etwas enden, was bereits mit “solchen Geschichten” beginnt.
Bitte resignieren Sie nicht und gehen Sie jetzt erst recht zur Wahl. Viele unserer Mitbürger haben ohne diese Informationen bereits per Briefwahl abgestimmt. Deswegen kommt es auf jede Stimme an - auch auf Ihre. Es ist unsere Gemeinde und unsere Zukunft - und wir haben die Wahl. Ich kann nur sagen - dann lieber einen nicht perfekten, aber lernfähigen und ehrlichen Agrartechniker. Er hat die Chance verdient, und ich bin mir sicher, er wird mit der Aufgabe wachsen.
Sie müssen zur Wahl nur Ihren Personalausweis mitnehmen. Die Vorlage der Wahlkarte ist nicht notwendig.
Zeigen Sie Flagge! Dieses nette Schild können Sie bei mir in A4 und in Farbe per Email anfordern und dann ausdrucken. Es macht sich zum Beispiel prima von Innen im Auto an der Scheibe. Aber kleben Sie es bitte nicht in Bushaltestellen.

Da sich bei der letzten Ausgabe viele Bürger beklagt hatten, daß sie kein Exemplar erhalten haben, ist davon auszugehen, daß die “Eulenspiegelei” aus einigen Briefkästen und Zeitungrollen entwendet wurde. Fragen Sie deswegen bitte ihre Nachbarn, ob alle ein Exemplar erhalten haben. Jedem sollten diese brisanten Informationen noch vor der Wahl zur Verfügung stehen.
Sie können auch Exemplare per Email anfordern und es wird auch wieder eine Online-Ausgabe unter www.ammellensee.de geben. Schauen Sie sich diese schöne Internetseite ruhig mal an, und besuchen Sie bei Gelegenheit auch Evi`s Imbiss & Biergarten.

(ViSdP) Roland Rohschürmann, 15838 Am Mellensee
email: rohschuermann@gmx.de
Wer Schreibfehler findet, kann Sie behalten!

 

 

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