Am Mellensee: Die Insider scheiterten |
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SPERENBERG Die Bürgermeisterwahl am Sonntag in der Gemeinde Am Mellensee hat mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Wer Bürgermeister wird, muss die Stichwahl am 28. Oktober zwischen Frank Broshog (parteilos für die CDU) und Einzelbewerber Bertel Ferdinand zeigen. Unklar ist auch, warum die in der Kommunalpolitik erfahrenen Kandidaten scheiterten und stattdessen scheinbare Außenseiter Erfolg hatten. Ins Auge fällt die recht geringe Wahlbeteiligung von 50,7 Prozent. Die Hälfte der Wahlberechtigten blieb zu Hause, obwohl sie direkten Einfluss auf die Entscheidung über die Person des künftigen Bürgermeisters hätte nehmen können. Am höchsten war das Interesse noch im Ortsteil mit den wenigsten Einwohnern, in Gadsdorf, wo 60,26 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten, am niedrigsten in Kummersdorf-Gut mit 29,19 Prozent. Der in Schöneiche bei Berlin wohnende Frank Broshog (30,82 Prozent der Stimmen) und der Berufskraftfahrer Bertel Ferdinand (19,16 Prozent) profitierten offenbar gerade von der Tatsache, bisher nichts mit der Kornmunalpolitik in der Gemeinde Am Mellensee zu tun zu haben. Die Schulden der Kommune, die in den Augen vieler Bürger zu hohen Schmutzwasseranschlussbeiträge des Zweckver bandes KMS, der Mangel an Arbeitsplätzen, schlechte Straßen und fehlende Radwege werden jenen angelastet, die in der Gemeindevertretung Am Mellensee sitzen. Natürlich gibt es Unterschiede von Ortsteil zu Ortsteil. Hätten nur Sperenberg und Fernneuendorf gewählt, hieße der Bürgermeister Dirk Hohlfeld, Gemeindevertreter der Linken. In Mellensee wurde mehrheitlich der Gemeindevertreter Erhard Bischert (Unabhängige Wählergemeinschaft) gewählt. Dagegen konnte Gemeindevertreter Uwe Krain (SPD) in keinem einzigen Ortsteil punkten. Sein einstelliges Wahlergebnis (8,75 Prozent) ist eine herbe Enttäuschung für ihn und die Sozialdemokraten, "Hätte ich das geahnt, wäre ich gar nicht erst angetreten", sagte er der MAZ. Dirk Hohlfelds Kommentar zu der insgesamt unerwarteten Stimmenverteilung: „Das Thema KMS hat alles überschattet und offenbar mit den Ausschlag gegeben," Das wäre eine Erklärung dafür, dass Einzelbewerber Bertel Ferdinand, Gegner des Wasser- und Abwasserzweckverbandes, in die BürgermeisterStichwahl kommt. Der kommunalpolitische Neuling konnte in Kummersdorf-Gut und in Saalow die meisten Stimmen auf sich vereinen. So wurde die Bürgermeisterwahl möglicherweise zum Ventil all jener, die sich über den KMS ärgern. Er kam, sah und siegte, könnte man über Frank Broshog sagen, dessen Namen vor zehn Wochen noch niemand in der Gemeinde Am Mellensee gehört hatte. In Gadsdorf, Klausdorf, Kummersdorf-Alexanderdorf und Rehagen gewann er „aus dem Stand" die Bürgermeisterwahl. In Kummersdorf-Gut, Sperenberg und Fernneuendorf erzielte er jeweils das zweitbeste Resultat. „Jetzt geb' ich nicht mehr auf", kündigte Broshog nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses an.
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| Quelle: Märkische Allgemeine Zossener Rundschau am 9. Oktober 2007 | |
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